April 30, 2023
Zuletzt gab es wenig frisches Blut am deutschen Kapitalmarkt. Mit der Avemio AG (ISIN: DE000A2LQ1P6) notiert seit Kurzem jedoch ein spannender Wert an der Börse Düsseldorf: Mit ihrer 100-prozentigen Tochtergesellschaft Teltec AG ist Avemio die umsatzstärkste Handelsgruppe für professionelle Film- und Fernsehtechnik im deutschsprachigen Markt mit einem Umsatz von über 100 Mio. Euro. Und die weitere Expansion ist vorgezeichnet.
Nachrichtenquelle: Nebenwerte Magazin | 30.04.2023
„Wer mit Bewegtbild direkt oder indirekt Geld verdient, kommt in Deutschland und Österreich derzeit nicht an uns als der führenden Technik-Gruppe vorbei“, sagt Ralf P. Pfeffer, Vorsitzender des Vorstands der Avemio AG, im Exklusivinterview mit dem Nebenwerte-Magazin, und ergänzt:
„Wir wollen in drei bis fünf Jahren unsere Transformation zum Medientechnologie-Konzern abgeschlossen haben und einen nicht unbeachtlichen Teil unserer Erträge im Rahmen von wiederkehrenden Umsätzen durch digitale Dienste generieren.“
Im Rahmen der Buy-and-Build-Strategie will Avemio weiter zukaufen, derzeit stehen 15 Unternehmen auf der Targetlist der Gesellschaft.
Herr Pfeffer, die Avemio AG ist im Freiverkehr der Börse Düsseldorf gelistet. Könnten Sie unseren Lesern die Gesellschaft bitte kurz vorstellen?
Ralf P. Pfeffer: Die Avemio Group ist der mit Abstand größte Anbieter professioneller Film- und Fernsehtechnik im deutschsprachigen B2B-Retail. Als wir vor 30 Jahren gestartet sind, waren nur Fernsehsender, deren Zulieferer und Film-Produzenten unsere Kunden. Heute beraten und beliefern wir vom YouTuber bis zum Hollywood-Kameramann jeden, der mit Video Geld verdient, mit der Technologie, die man für die Herstellung, Bearbeitung, Archivierung und Ausstrahlung von professionellem Bewegtbild benötigt. Unser Angebot richtet sich aktuell ausschließlich an gewerbliche Kunden. In den vergangenen zehn Jahren ist unser Konzernumsatz um durchschnittlich 23 Prozent pro Jahr auf über 100 Mio. Euro gestiegen – dabei ist es uns gelungen, seit 2017 alle wesentlichen Wettbewerber in Deutschland und Österreich unter dem Dach der 100-prozentigen Avemio-Beteiligung Teltec AG zu vereinen.
Welche Expertise bringen Sie persönlich mit?
Ralf P. Pfeffer: Bereits während meines Studiums der Wirtschaftswissenschaften in Mainz hat sich mir die Gelegenheit geboten, als Unternehmensberater zu arbeiten. Neben meinem kaufmännischen Know-how und einem profunden Verständnis für Marktentwicklungen verfüge ich auch über einen ausgeprägten unternehmerischen Gestaltungswillen, den ich beim Aufbau der Teltec AG konsequent umsetzen konnte.
Wie genau sah diese Umsetzung aus?
Ralf P. Pfeffer: Zum Start der Teltec im Jahr 1993 war meine Erkenntnis, dass wir in einem Verkäufermarkt tätig waren, der damals von sehr wenigen Herstellern weltweit dominiert wurde. Durch die Digitalisierung auf der Angebotsseite und das Aufkeimen von immer mehr Produktionsunternehmen auf der Nachfrageseite war zu erwarten, dass sich unsere Branche in einen Käufermarkt verwandeln würde. Dies führte zu der Idee, ein herstellerunabhängiges Geschäftsmodell zu entwickeln und zu etablieren. So etwas gab es zuvor in der Branche nicht. Unsere Herstellerunabhängigkeit ist ein Alleinstellungsmerkmal, das bis heute, auch im europäischen Kontext, kaum vorhanden und sehr schwer kopierbar ist.
Sie sprechen die Teltec AG an, die im Zuge eines Reverse-IPOs in den Börsenmantel der Palgon AG „geschlüpft“ ist, der nun unter Avemio AG firmiert. Warum haben Sie dieses Vorgehen gewählt?
Ralf P. Pfeffer: Wir haben es aus eigner Kraft von einem Start-up zum führenden Händler für professionelle Film- und Fernsehtechnik im deutschsprachigen Markt geschafft. Dies erfolgte im Rahmen einer Buy-and-Build-Strategie. Uns geht es mit dem Gang an die Börse nicht darum, Kasse zu machen, d. h. Anteile zu verkaufen oder um einen schnellen Exit. Im Gegenteil, wir sind offen für Anleger und Investoren, die unsere einzigartige Marktpositionierung, deren Potenzial sowie unsere Strategie verstehen und gemeinsam mit uns erfolgreich sein wollen.
Wir hatten vor dem Börsengang andere Finanzierungsoptionen geprüft und uns schließlich für die Börse entschieden. Ein normaler IPO verschlingt viel Zeit und Geld. Er bindet Kapazitäten im Unternehmen, um dann nach ein bis zwei Jahren eventuell festzustellen, dass der Markt nicht offen für IPOs ist. Das wollten wir anders machen. Mit dem gelungenen Reverse-IPO haben wir das erste Kapitel unserer Börsengeschichte geschrieben und wollen dem viele weitere positive Kapitel hinzufügen.
Sie haben den Aufstieg der Teltec AG zum Marktführer im deutschsprachigen Raum beschrieben. Wie hat sich Ihr Kundenkreis in dieser Zeit verändert?
Ralf P. Pfeffer: In den 1990er Jahren war Film- und Fernsehtechnik eine analoge Hightech-Branche. Dieser hohe technologische Anspruch besteht bis heute. Vieles ist durch die Digitalisierung einfacher geworden ist. Die Komplexität ist allerdings aus den Geräten in die Produktionssysteme und die Arbeitsabläufe gewandert. Anfänglich waren unsere Kunden ausschließlich große Rundfunkanstalten – wie ZDF, HR, Sat.1 – sowie deren Dienstleister, Content-Zulieferer und Produktionsunternehmen von Kino-, Fernseh- und Dokumentarfilmen. Der Markt hat sich über die Jahre immer mehr verbreitert, auch weil die Technik erschwinglicher wurde.
Und heute?
Ralf P. Pfeffer: Heute beliefern wir im Rahmen einer Multibrandstrategie jeden, der mit Bewegtbild sein Geld verdient. Mehr als 35.000 Kunden kommen aus den Bereichen Broadcast (öffentlich-rechtliche und private Rundfunkanstalten), deren Content-Lieferanten sowie Dienstleister für große Streaming-Dienste wie Netflix, Apple TV, Amazon und Disney Plus über Social Media, Influencer, Youtuber, Twitch, E-Learning bis zu den Unternehmen, die zwischenzeitlich eigenen Content produzieren (z. B. Schenker, Greenpeace, Lufthansa, Turtle Entertainment Gaming u. v. a.). Kurzum, wer mit Bewegtbild direkt oder indirekt Geld verdient, kommt in Deutschland und Österreich derzeit nicht an uns als der führenden Technik-Gruppe vorbei.
Sie haben die Buy-and-Build-Strategie angesprochen. Welche Unternehmen haben Sie bisher übernommen?
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